Planungen für Bahntrasse durch den Nordspessart begonnen

Nach zehn Jahren Pause haben nun wiederum die Planungen zu einer Aus- und Neubaustrecke Hanau-Würzburg/Fulda begonnen. 

In einer Informationsveranstaltung sicherte die Deutsche Bahn AG ein höchstes Maß an Transparenz zu, und versprach die Planungen völlig ergebnisoffen verlaufen zu lassen. 

Laut DB AG soll zunächst ein viergleisiger Ausbau der bestehenden Strecke Hanau – Gelnhausen erfolgen. Gleichzeitig mit der Planung dieser Ausbaustrecke prüft die DB AG einen qualitativen Ausbau der Strecke Hanau – Aschaffenburg – Nantenbach. 

Ab Gelnhausen soll im Anschluss an die Ausbaustrecke eine Neubaustrecke zur Schnellfahrstrecke Fulda – Würzburg führen. 

Da inzwischen die Projektdefinition im Bundesverkehrswegeplan 2003 dahingehend geändert wurde, dass die Höchstgeschwindigkeit dieser neuen Strecke anstelle von 300 Stundenkilometer nur noch 250 Stundenkilometer betragen soll, haben sich die Investitionskosten um fünf Millionen Euro und die zu erwartenden jährlichen Betriebskosten um 45 Millionen Euro verringert. Somit wird nun, laut Berechnung der Deutschen Bahn AG, ein deutlich besseres Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,0 erreicht.  

Die Deutsche Bahn AG will die Untersuchungsergebnisse aus 2002/2003 als Hinweis für die neu zu startende Planung nutzen. Allerdings wurden seit 2007 die umweltrechtlichen Rahmenbedingungen verschärft. 

Den 2002/2003 gebräuchlichen Arbeitstitel „Mottgers-Spange“ hat die DB AG nun zu „Suchraum nordöstlich von Gelnhausen“ geändert. Hierbei soll laut DB AG besondere Aufmerksamkeit dem Schutzgut Mensch und Natur gelten.

Nach dieser ersten Informationsveranstaltung sollen seitens der Deutschen Bahn AG weitere Informationen über den Stand der Planungen erfolgen.  

Stellungnahme des Spessartbundes

Während der Informationsveranstaltung der Deutschen Bahn hat Helmut Winter, der zweite Hauptvorsitzende des Spessartbundes, die Sichtweise des Wander- und Naturschutzverbandes zu diesen Vorhaben dargelegt.

So will sich der Spessartbund in diesem Verfahren dafür einsetzen, dass der Spessart als geschlossenes Waldgebiet erhalten bleibt, zumindest aber Zerschneidungsschäden durch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen und andere bauliche Lösungen, beispielsweise Tunnel, minimiert werden. 

Zu der von der Deutschen Bahn AG zugesagten "Ergebnisoffenheit" gehöre es auch, so betonte Winter, dass das Vorhaben insgesamt auf dem Prüfstand stehe. Es soll nach Ansicht des Spessartbundes nicht allein um das "Wie", sondern auch um das "Ob" gehen.

Der Spessartbund verlangt zudem, dass im Abwägungsprozess die ökologischen Belange entsprechend zu gewichten sind. „In der Untersuchung muss auch geprüft werden, ob durch weitere Ertüchtigung bestehender Bahnstrecken auf die in Betracht gezogene Neubaustrecke zwischen Gelnhausen und Mottgers verzichtet werden kann“, so Winter.